walnussöl

Walnussöl kann nicht nur für die Zubereitung von Speisen genutzt werden, sondern wird auch in der Kosmetik, Herstellung von Ölfarben und zur Holzpflege angewendet. Da es unter anderem viele essenzielle Fettsäuren enthält, darf es in keiner Küche fehlen. So lassen sich damit sehr gut Salate, Fisch, Suppe oder auch Spargel zubereiten.

Herkunft und Herstellung von Walnussöl

Die Walnuss ist die Frucht des Walnussbaumes, bei welchem es sich um eine schon sehr alte Kulturpflanze handelt. So wurde der Baum schon vor über 9000 Jahren kultiviert. Er soll aus Mittelasien über Griechenland nach Europa gekommen sein. In Kalifornien wurden ab 1867 die allerersten Walnussgärten angebaut und seither werden Walnüsse vor allem in China, Chile, Italien und Frankreich angebaut.

Der Walnussbaum kann bis zu 30 Meter hoch werden und muss erstmal ein gewisses Alter erreichen, bevor er zum ersten Mal Früchte trägt. Für die Gewinnung von Walnussöl werden die Walnusskerne gepresst. Für einen Liter Öl werden insgesamt etwa 2 bis 3 Kilogramm der Kerne benötigt. Ein einziger Walnussbaum kann eine Ernte von bis zu 50 Kilogramm an Walnüssen tragen. Allerdings gehört der Baum zu denen, die nicht immer eine gute Ernte tragen. So folgt auf ein Jahr mit einer guten Ernte meistens eine eher mittelmäßige Ernte.

Die Kerne können entweder kalt- oder heißgepresst werden. Bei einer Kaltpressung liegt die Temperatur während des Verfahrens unter 40 °C, weshalb diese Methode sehr schonend ist. Danach wird das Öl gefiltert und direkt abgefüllt. Durch die schonende Herstellung gehen keine Inhaltsstoffe verloren und Walnussöl hat einen sehr kräftigen Geschmack.

Bei einer Heißpressung werden die Kerne einer sehr hohen Temperatur ausgesetzt. Außerdem wird das so gewonnene Walnussöl anschließend raffiniert, um unerwünschte Stoffe daraus zu entfernen. Das raffinierte Walnussöl weist kaum einen Eigengeschmack oder -geruch auf, ist dafür aber sehr lange haltbar. Zusätzlich gehen einige der wertvollen Inhaltsstoffe durch die Herstellung mit den hohen Temperaturen verloren.
Sowohl beim Kaltpressverfahren als auch beim Heißpressverfahren können die Walnusskerne nach dem Mahlen noch geröstet werden, was zu einer Intensivierung von Aroma und Geschmack führt.

Inhaltsstoffe von Walnussöl

Walnussöl enthält viele gesunde Inhaltsstoffe, die sich positiv auf den Körper auswirken können. Diese können sich beispielsweise förderlich auf den Stoffwechsel oder das Herz-Kreislaufsystem auswirken. Aus diesem Grund kann Walnussöl einen wertvollen Beitrag zur Prävention oder Unterstützung bei unterschiedlichen Krankheiten sein. In Walnussöl enthalten sind unter anderem:

  • Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Walnussöl besteht zu einem Großteil aus ungesättigten Fettsäuren, zum Beispiel Linolsäure. Diese Fettsäuren können den Fettstoffwechsel anheizen und auch zu einer Senkung des Cholesterinspiegels führen. Denn die regelmäßige Einnahme von Walnussöl kann die Werte des guten HDL-Cholesterins steigern und gleichzeitig das negative LDL-Cholesterin vermindern.
  • Omega-3 Fettsäuren: Schon in der Walnuss ist beispielsweise Alpha-Linolensäure enthalten. Die Omega-3 Fettsäuren sind einer der wichtigsten Bestandteile von Walnussöl. Denn der menschliche Körper benötigt diese Substanz zwar für seine Funktionsfähigkeit, kann sie aber nicht selbst herstellen. Deshalb müssen Omega-3 Fettsäuren über die Nahrung aufgenommen werden. So sind sie sehr wichtig für gesunde Nerven- und Gehirnzellen, sowie für die Blutgefäße. Denn die Fettsäuren können für eine verbesserte Elastizität der Blutgefäße sorgen, die Fließfähigkeit des Blutes steigern und Ablagerungen an den Gefäßwänden vermindern. Deshalb kann eine regelmäßige Einnahme von Walnussöl positiv auf das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte auswirken.
  • Ballaststoffe: Ballaststoffe sorgen für einen stabilen Blutzucker und für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl.
  • Magnesium: Dieses Mineral kann dabei helfen den Blutdruck zu senken und ist außerdem förderlich bei Stress und Anspannung.
  • E- und B-Vitamine: Die Vitamine arbeiten besonders gut in Kombination mit den im Walnussöl enthaltenen Fettsäuren und Antioxidantien. Gemeinsam können sie Entzündungen hemmen und antiseptisch wirken.

Nutzung von Walnussöl

Walnussöl besitzt vielseitige Verwendungsmöglichkeiten. So ist es auch in der Küche sehr beliebt, wobei es aber vor allem in der kalten Küche genutzt wird. Zusätzlich hat Walnussöl aber auch jede Menge positive Effekte auf die Gesundheit haben, da es so viele wertvolle Inhaltsstoffe aufweist.

Walnussöl für die Zellen

Weil Walnussöl so viele Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren enthält, unterstützt es die verschiedenen Zellen bei der Regeneration und Erneuerung. Zusätzlich wirken die Fettsäuren auch regulierend auf den Blutdruck und können den Cholesterinspiegel senken, weil sie an der Entstehung von Botenstoffen beteiligt sind. Außerdem kann das Walnussöl sich förderlich auf die Blutfettwerte auswirken, was wiederum ebenfalls positiv bei hohen Cholesterinwerten ist. Diese Wirkung lässt sich auf die enthaltene Linolsäure zurückführen.

Walnussöl für die Haut

Walnussöl kann bei Hautproblemen eine positive Wirkung entfalten. Denn durch seine Textur zieht es nicht nur schnell ein, es sorgt zusätzlich auch noch für ein zartes Hautgefühl. Zusätzlich kann es die Haut bei der Erneuerung der Zellen und der Heilung unterstützen. So kann die Haut durch die Anwendung von Walnussöl wieder geglättet werden und beispielsweise Schäden durch Irritierung, Trockenheit, Risse oder Licht reparieren. Die Anwendung eignet sich auch für besonders empfindliche Hautpartien, zum Beispiel die Lippen. Diese kann das Öl wieder schön zart und weich machen. Das Walnussöl kann einfach wie Körperöl auf die Haut aufgetragen und einmassiert werden. Dann dringt es tief in die Haut ein und versorgt diese mit Nährstoffen und auch Feuchtigkeit. Außerdem zieht es ohne Rückstände in die Haut ein und kann diese bei Irritationen und Trockenheit beruhigen.

Zudem soll Walnussöl auch einen entzündungshemmenden und desinfizierenden Effekt haben. Darüber hinaus wird ihm nachgesagt, dass es sogar bei Pilzinfektionen hilfreich sein kann. Diese Wirkung wurde allerdings noch nicht bestätigt und weitere Forschung ist noch nötig.

Allerdings kann es positiv auf Mitesser einwirken, sodass diese besser abheilen und die Entstehung von neuen Mitessern verhindert werden kann. Dafür kann das Walnussöl zum einen pur verwendet werden oder auch mit Salben oder Cremes vermischt werden. Das Walnussöl eignet sich aber auch für die Massage, da es sowohl eine pflegende Wirkung auf die Haut ausübt als auch sich gut verteilen lässt. Außerdem spendet es der Haut Feuchtigkeit und sorgt für einen Schutz vor schädlichen Einflüssen von außen.

Walnussöl im Peeling

Das Walnussöl eignet sich auch hervorragend für die Herstellung eines Hautpeelings. Durch seine leichte und reichhaltige Mixtur werden Hautschüppchen und Unreinheiten ganz sanft entfernt. Aber auch für Hände und Füße kann das Peeling sehr gut verwendet werden. Für die Herstellung des Peeling werden lediglich Walnussöl und Zucker gebraucht. Der Zucker wird mit dem Walnussöl übergossen, wodurch eine körnige Masse entsteht. Diese kann auf die gewünschten Hautstellen aufgetragen und dort mit kreisenden Bewegungen eingearbeitet werden.

Walnussöl für die Haare

Auch die Haare können von einer Anwendung mit Walnussöl profitieren, wobei dieses sogar im Gegensatz zu Olivenöl ganzheitlich verwendet werden kann. Für die Haarpflege muss nur eine geringe Menge auf das trockene Haar gebracht werden. Das Walnussöl wird anschließend einmassiert und muss nicht ausgespült werden. Die Anwendung führt zu gestärkten Haarwurzeln und versorgt außerdem die Haare auch noch mit Feuchtigkeit. Dadurch wirkt das Haar wieder gesund und bekommt einen schönen Glanz.

Walnussöl in der Küche

Walnussöl kann sich nicht nur positiv auf die Gesundheit auswirken, es schmeckt auch wunderbar zu allerlei Speisen. Es weist einen einzigartigen nussigen Geschmack auf, der die Einnahme von Walnussöl zu einem richtigen Geschmackserlebnis machen kann. Viele Gourmets schwören beispielsweise auf Walnussöl aus Frankreich oder Moldawien. So werden häufig kaltgepresste Öle verwendet, wo die Nüsse vorher nicht geröstet werden. Dadurch ist der nussige Geschmack sehr mild und passt zu einer Vielzahl von Speisen. Soll der Geschmack jedoch etwas herber und nussiger sein, dann sollte Walnussöl mit vorher gerösteten Nüssen verwendet werden.

Walnussöl hat einen sehr niedrigen Rauchpunkt von 130 °C, weshalb es sich nicht für das Braten oder Frittieren von Speisen eignet. Seine Vorzüge kommen eher in der kalten Küche zur Geltung, wo es keinen hohen Temperaturen ausgesetzt wird, was die Nährstoffe zerstören und einen negativen Einfluss auf den Geschmack ausüben würde. Walnussöl eignet sich sehr gut für die Zubereitung von Salatdressings oder für die Zugabe in Suppen. Es kann aber auch über gedünstetes Gemüse oder Fisch gegeben werden, ebenso wie über Spargel. Vielleicht nicht ganz so bekannt, ist die Verwendung von Walnussöl für Desserts oder Eiscreme, denen es einen besonderen Geschmack verleiht.

Walnussöl für die Holzpflege

Das Walnussöl eignet sich nicht nur für menschliche Bedürfnisse, sondern auch für die Pflege von Gegenständen aus Holz. So wird das Öl beispielsweise auch in der Industrie häufig verwendet, insbesondere bei Möbeln und Gegenständen, die für das Verzehren von Essen gedacht sind. Das gilt zum Beispiel für Esstische, Arbeitsplatten, Schneidebretter oder auch Holzbrettchen. Denn das Walnussöl schadet dem darauf zubereiteten oder verzehrten Essen nicht, wenn es damit in Berührung kommt. Auch für die Behandlung von Holzspielzeug eignet es sich sehr gut, denn wenn ein Kind das Spielzeug in den Mund nimmt, werden keine gefährlichen Stoffe freigesetzt.

Für die Pflege von Holzspielzeugen und ähnlichem werden die Gegenstände ganz einfach mit dem Walnussöl eingepinselt. Das Öl muss dann mehrere Stunden einwirken und kann anschließend ganz einfach abgewischt werden. Für eine optimale Pflege sollte dieser Vorgang etwa 2 bis 3 Mal wiederholt werden. Dadurch wird zum einen das Holz geschützt und erhält zum anderen einen sehr schönen Glanz. Außerdem wird es dadurch weniger empfindlich und dunkelt auch etwas ab. Allerdings wirkt dieser Schutz durch das Walnussöl nicht ewig, weshalb der Vorgang nach einer bestimmten Zeit wiederholt werden sollte.

Walnussöl für Ölfarben

Viele die gerne mit Ölfarben zaubern, werden Walnussöl wahrscheinlich schon kennen. Denn das Öl ist die Basis für viele Ölfarben, welche besonders für ihre schnelle Trocknungszeit bekannt sind. Außerdem weisen Ölfarben auf Basis von Walnussöl ein besonders hohes Aufnahmevermögen für Pigmente aus. Die daraus hergestellte Farbe neigt außerdem weniger zum Vergilben als bei Farben mit anderen Basisölen. Zusätzlich können das Walnussöl auch zum Verdünnen der Ölfarben genutzt werden, was zu einem tollen Glanz auf der Oberfläche führt.

Der Kauf von Walnussöl

Beim Kauf von Walnussöl gibt es einige Dinge, die beachtet werden sollten. So sollte nach Möglichkeit ein Bio-Walnussöl erworben werden. Dieses ist zwar teurer, dafür wird es aber nachhaltig angebaut. Außerdem sollte das Walnussöl mit dem Kaltpressverfahren hergestellt werden, da hierbei die wichtigen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Zusätzlich sollte das Herkunftsland in die Kaufüberlegungen mit einbezogen werden. So gibt es in Europa einen großen Bestand an Walnussplantagen, weshalb ein Import aus Asien oder Amerika nicht notwendig ist. Bei einem Kauf aus Afghanistan oder Indien sollte unbedingt auf ein Fair-Trade Siegel geachtet werden. Denn bei einem sehr billigen Preis kann es durchaus sein, dass Kinder bei der Herstellung involviert waren.

Lagerung von Walnussöl

Besonders wenn ein kaltgepresstes Walnussöl gekauft wurde, sollte unbedingt auf die richtige Lagerung geachtet werden. Denn dieses wird schnell ranzig und sollte deshalb optimal gelagert werden. Am besten wird Walnussöl immer in kleineren Mengen gekauft, da diese schnell aufgebraucht sind. Nach dem Öffnen hält sich das Walnussöl allerhöchstens 6 bis 12 Monate, bevor es ranzig wird. Das kann daran erkannt werden, dass es trübe wird und Schlieren bildet. Ein verdorbenes Walnussöl sollte auf keinen Fall weiter verwendet und sofort entsorgt werden.

Zusätzlich sollte es an einem kühlen und dunklen Ort gelagert werden, beispielsweise ein Küchenschrank oder eine Vorratskammer. Dabei sollte das Walnussöl keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Die eigene Herstellung von Walnussöl

Walnussöl kann auch selbst gemacht werden, was sich insbesondere wegen seiner positiven Wirkung lohnt. Außerdem können die Preise für gutes Walnussöl ganz schnell mal höher ausfallen, weshalb immer mehr Menschen ihr Walnussöl selbst herstellen. Dafür werden zuerst einmal natürlich Walnüsse benötigt, welche am besten ganz frisch sein sollten. Denn je älter die Nüsse werden, desto mehr verlieren sie an Aroma. Das wirkt sich dann natürlich auch auf das daraus hergestellte Öl aus. Zusätzlich werden für die Produktion ein Mixer, eine Salatschleuder und Flaschen mit echten Korken benötigt. Denn die echten Korken haben gegenüber künstlichen den Vorteil, dass das Walnussöl darin gut reifen und seine Geschmacksstoffe entfalten kann.

Das dabei hergestellte Öl kann bei einer Lagerung im Kühlschrank mehrere Monate halten und wenn diese nicht geöffnet wird, teilweise sogar einige Jahre. Für die Produktion von Walnussöl müssen die folgenden Schritte durchgeführt werden:

  1. Zuerst werden die frischen Walnüsse geknackt und anschließend auf einem ausgebreiteten Tuch für circa 4 Wochen getrocknet.
  2. Nach der Trocknungszeit werden die Nüsse in den Mixer gegeben. Dann werden sie püriert, bis sie zu einem Brei geworden sind.
  3. Dieser Brei aus den Walnüssen wird jetzt in die Salatschleuder gegeben und geschleudert. Das kann ziemlich anstrengend und kraftraubend sein, weshalb es von Vorteil sein kann, wenn zwischen zwei Personen gewechselt wird.
  4. Der Brei sollte während des Schleudervorgangs Flüssigkeit absondern, welche nach Beendigung durch ein Sieb in die Flaschen abgefüllt werden muss. Der körnige Rest in der Salatschleuder kann entsorgt werden.
  5. Auch wenn die Flüssigkeit jetzt in den Flaschen ist, handelt es sich noch nicht um Walnussöl, da erst der Reifungsprozess beendet werden muss.
  6. Damit das Öl reifen kann, sollten die Flaschen für 4 Wochen an einem etwa 20 °C warmen Ort gelagert werden. Dabei sollte es nicht bewegt, geschüttelt oder gedreht werden, sondern einfach nur ruhen. Bei einer Bewegung der Flasche werden Bitterstoffe im Öl freigesetzt, wodurch das Walnussöl nicht mehr für die Verwendung als Speiseöl geeignet ist.
  7. Nach den 4 Wochen Lagerungszeit ist die Flüssigkeit zu Walnussöl gereift und kann sowohl zum Kochen als auch für andere Zwecke verwendet werden.

Quellen:

Einige Informationen hat uns die Seite https://www.nuesse.org/walnuesse/ bereitgestellt.

Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Ihres Vertrauens! Wir und unsere Autoren übernehmen keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.