Die meisten kennen Johanneskraut als Heilmittel gegen Depressionen und nervöse Unruhe. Diese Sichtweise wird aber dem wahren gesundheitlichen Potenzial der Heilpflanze nicht gerecht. Insbesondere Johanniskrautöl bewährt sichJohanniskrautöl schon sehr lange als Naturheilmittel bei verschiedenen Gesundheitsproblemen. Es hat den Vorteil, dass es wie Pillen oder Kapseln eingenommen werden kann, aber auch für die äußerliche Anwendung auf der Haut geeignet ist.

Johanniskrautöl – Historisches und Botanik

Für die Herstellung von Johanniskrautöl wird das echte Johanneskraut (Hypericum perforatum) verwendet. Die Pflanze gehört zu den Johanneskrautgewächsen (Hypericaceae) und ist in gemäßigten Klimazonen weit verbreitet. Es ist in ganz Europa, in Teilen Asien, auf den kanarischen Inseln und in Nordafrika zu finden. Sein Name geht wahrscheinlich auf Johannes den Täufer zurück. Der jährliche Johannestag am 24. Juni fällt mit dem ungefähren Blütenbeginn der Pflanze zusammen. Johanneskraut ist sehr anspruchslos. Es wächst an Weg- und Feldrändern, auf trockenen Wiesen und sogar auf Bergwiesen bis zu einer Höhe von 1500 Metern. Die Pflanze wird 50 bis 60 cm hoch und trägt am Ende leuchtend gelbe Blütenstände. Die Blütezeit reicht von Ende Mai bis in den Spätsommer hinein. Ein besonderes Kennzeichen der Pflanze kommt zum Vorschein, wenn die Blütenblätter zerdrückt werden. Dabei tritt ein blutroter Saft heraus. Er besteht aus Hypericin, einem der in Johanniskrautöl enthaltenen Wirkstoffe. Er ist auch für die Rotfärbung des Johanniskrautöls nach der Extraktion verantwortlich ist. Das hat ihm auch den Namen Rotöl eingebracht.

Schon in der Antike spielten Präparate aus verschiedenen Johanneskrautarten in der Medizin eine wichtige Rolle. Ihre Anwendung als Heilmittel zur Unterstützung der Wundheilung, bei Ischias- und Menstruationsbeschwerden und bei Harnwegsproblemen ist in verschiedenen Schriften belegt. Im weiteren geschichtlichen Verlauf setzte sich das echte Johanneskraut gegen die anderen Arten als Heilmittel durch. Es taucht in vielen Kräuterbüchern auch als Johanniskrautöl auf und wird als Heilmittel gegen Magen-Darm-Beschwerden, bei Gicht und rheumatischen Symptomen und bei Leberschwäche beschrieben. Der Einfluss von Johanneskraut auf Schwankungen der Stimmungs- und Gemütslage ist erstmals um das Jahr 790 Im „Lorscher Arzneibuch“ zu lesen. Dort wird seine Einnahme bei Melancholie empfohlen. Damit begann der Siegeszug von Johanneskraut als Arzneimittel bei psychischen Beschwerden. Trotz vieler Widerstände und Schwankungen in der Anerkennung in der medizinischen Welt, hat es sich als pflanzliche Alternative in diesem Bereich bis heute durchgesetzt. Das bestätigt auch seine Aufnahme in den Arzneimittelcodex der Apothekerverbände im Jahre 1979.

Die Wirksamkeit von Johanneskraut und seinen Anwendungsformen aber alleine auf die psychische Schiene zu beschränken, wird dem Wirkpotenzial der Pflanze nicht gerecht. Insbesondere Johanniskrautöl bewährt sich zunehmend bei verschiedenen Beschwerden.

Johanniskrautöl und seine Wirkstoffe

Johanniskrautöl und andere Anwendungsformen werden aus dem Kraut der Pflanze gewonnen. Verwendet werden vor allem die Triebspitzen mit den zugehörigen Blättern, Stängeln, den geöffneten Blüten, den Knospen und den Blütenkapseln. Sie besitzen einen besonders hohen Gehalt an folgenden Wirkstoffen:

  • Hypericin ist ein sogenanntes Antichinon und hauptsächlich für die Rotfärbung des Blütensaftes und des Johanniskrautöls verantwortlich
  • Phenole (Pflanzenfarbstoffe), als wirksamer Hauptvertreter das Hyperforin
  • flanzenfarbstoffe wie Xanthon, Flavonin und andere Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Ätherische Öle. Sie dürfen nicht mit dem komplexen Johanniskrautöl verwechselt werden

Bei der Extraktion der Pflanzenteile zur Herstellung von Johanniskrautöl entsteht ein Substrat, das alle aufgezählten Wirkstoffe in verschiedenen Mengen enthält. Es kann als Vollspektrumpräparat bezeichnet werden, das seine Wirkung auf der Basis aller enthaltenen Substanzen entfaltet. Bis heute sind nicht alle Wirkstoffe des Johanniskrautöls hinreichend untersucht. Die bisherigen Forschungen beziehen sich vorwiegend auf die Bedeutung von Hypericin und Hyperforin bei der Behandlung von psychischen Problemen. Aussagen zur medizinischen Wirksamkeit von Johanniskrautöl in seiner Gesamtheit beruhen daher in der Regel auf den zahlreichen Erfahrungsberichten von Anwendern und Vertreibenden. Auf der Grundlage dieser Erkenntnislage lassen sich für die verschiedenen Essenzen des Johanniskrautöls die folgenden Wirkungen im Organismus beschreiben.

Hypericin wirkt hemmend auf den Dopaminstoffwechsel. Es verhindert, dass Dopamin in das Stresshormon Noradrenalin umgewandelt wird. Daraus resultiert eine entspannende Wirkung, die zusammen mit dem Hyperforin zur Minderung von Depressionen beitragen kann. In hoher Dosierung kann Hypericin fototoxisch wirken. Direkte Sonneneinwirkung kann zu Vergiftungserscheinungen auf der Haut führen.

Das ebenfalls in Johanniskrautöl enthaltene Hyperforin ist deutlich aktiver als Hypericin und wird deshalb als der Hauptwirkstoff im Zusammenhang mit Depressionen angesehen. Es verhindert die Wiederaufnahme verschiedener Transmitter, die bei Stress- und Fluchtreaktionen aktiv sind. Das sind die Hormone Serotonin und Noradrenalin und die Botenstoffe GABA (GammaAminoButterSäure), Glutaminsäure und L-Glutamat. Die Hemmung ihrer Ausschüttung aus dem synaptischen Spalt greift in die Regulationsprozesse durch das vegetative Nervensystem ein. Der Einfluss des Sympathikus wird reduziert und die entspannende und beruhigende Wirkung des Parasympathikus gefördert. Die Effekte von Hyperforin können durch Hypericin unterstützt und verstärkt werden.

In Johanniskrautöl sind Pflanzenfarbstoffe wie Flavone und Flavonoide enthalten. Sie sind pharmakologisch wegen ihrer antioxidativen Wirkung bedeutsam. Aufgrund dieser Eigenschaft sind sie an verschiedenen Prozessen beteiligt, die für die Gesunderhaltung des Organismus wichtig sind.

Die ätherischen Öle im Johanniskrautöl gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie setzen sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen, sind fettlöslich und haben in den Pflanzen drei primäre Aufgaben. Als Aromastoffe können sie zur Anlockung von bestäubenden Insekten oder zur Abwehr von Fressfeinden dienen. Sie schützen die Pflanze auch vor Krankheiten. Im Johanniskrautöl gelöst unterstützen sie die beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und fördern die Regeneration bei Hautproblemen.

Herstellung von Johanniskrautöl

Johanniskrautöl ist wie schon beschrieben ein Extrakt aus den Blättern. Stängeln, Blüten und Knospen der Pflanzen. Es enthält alle vorgestellten Wirkstoffe in unterschiedlicher Menge. Damit kann es als Vollspektrumöl bezeichnet werden, das seine Wirkungen aus der Gesamtzusammensetzung bezieht. Die Summation der verschiedenen Komponenten von Johanniskrautöl verleiht ihm ein sehr großes gesundheitliches Potenzial. Das schonendste Verfahren, um diesen vollwertigen Extrakt zu gewinnen, ist die Wasserdampfdestillation. Dazu werden die gesammelten Pflanzenteile zerkleinert und mit einem Korb über ein Gefäß mit kochendem Wasser drapiert. Die flüchtigen Substanzen werden durch den aufsteigenden Wasserdampf gelöst. Dieses Gemisch wird in eine spezielle Auffangvorrichtung geleitet. In der dort kühleren Umgebung kondensiert der Wasserdampf und es entsteht ein flüssiger Extrakt aus Wasser und den Pflanzenwirkstoffen. Dieses auch als Hydrolasat bezeichnete Gemisch ist die Vorstufe von Johanniskrautöl. In einem weiteren Schritt werden schließlich die Wasseranteile entfernt. Übrig bleibt dann das fertige Johanniskrautöl mit vielen wirksamen Inhaltsstoffen. Dazu gehören neben Hypericin, Hyperforin, Pflanzenfarbstoffen und ätherischen Ölen noch Gerb- und Bitterstoffe, sowie Öle und Cholin. Diese Mischung aus verschiedenen hochwirksamen Substanzen ist im Endeffekt für die große Anwendungsbreite von Johanniskrautöl verantwortlich. Dabei gilt auch der Grundsatz, dass die Gesamtwirkung mehr ist, als die Summe der Einzelteile. Die verschiedenen Wirkstoffe von Johanniskrautöl ergänzen und verstärken sich teilweise und erreichen damit in der Gesamtheit einen höheren Wirkungsgrad.

Die Wirkung der Inhaltsstoffe von Johanniskrautöl

  • Johanniskrautöl kann zur innerlichen oder äußerlichen Anwendung genutzt werden. Damit kann es seine Wirkungen sowohl in inneren Organen und Geweben als auch auf der Haut entfalten. Trotz der unterschiedlichen Anwendungsweise und der verschiedenen Zielgewebe sind die Effekte sich in vielen Fällen ähnlich. In der folgenden Aufzählung sind die Wirkungen und die jeweiligen aktiven Substanz von Johanniskrautöl aufgeführt.
  • Die Gerbstoffe, die im Johanniskrautöl enthalten sind, spielen bei der Schmerzlinderung, der Regulierung von Entzündungsprozessen und bei der Wundheilung eine wichtige Rolle. Sie wirken adstringierend. Wundränder, Verbrennungsschäden oder offene Gewebeflächen werden dadurch schneller geschlossen. Das reduziert die Schmerzen, mildert den Entzündungsprozess und beschleunigt die Wundheilung.
  • Die Pflanzenfarbstoffe im Johanniskrautöl wirken im Blut und im Gewebe antioxidantisch. Sie reduzieren die beim Stoffwechsel anfallenden freien Radikale und regulieren dadurch das Milieu in den Zellen. Das hat positive Auswirkungen auf die Durchblutung und den Stoffwechsel. Außerdem trägt es zur Schmerzlinderung und zur Entzündungshemmung bei.
  • Bitterstoffe, die in Johanniskrautöl enthalten sind, steigern die Produktion von Gallen- und Magensäure. Dadurch wirken sie appetitanregend und verdauungsfördernd. Das ebenfalls im Johanniskrautöl enthaltene Cholin unterstützt diese Wirkung, indem es die Nahrungsfette emulgiert und sie leichter verwertbar macht. Darüber hinaus ist es an weiteren lebenswichtigen Prozessen beteiligt. Es ist essenziell für den Aufbau von Zellmembranen und damit wichtig für Wundheilungsvorgänge. Außerdem liefert es die Vorstufen für die Produktion von Acetylcholin, das für die Reizübertragung im Nervensystem und auf die Muskeln zuständig ist. Eine weitere wichtige Aufgabe des Cholins im Johanniskrautöl ist die Entlastung der Leber und die Verbesserung ihrer Entgiftungsfunktion.
  • Hyperforin und Hypericin sind die Wirkstoffe im Johanniskrautöl, die das weitreichendste Funktionsspektrum aufweisen. Sie können in den Hormonhaushalt eingreifen, indem sie auf verschiedenen Wegen die Weiterleitung von Signalen von Stresshormonen und anderen Transmittern hemmen. Dadurch haben sie eine direkte Wirkung auf die Stimmungslage und können sogar psychische Erkrankungen positiv beeinflussen. Beide Wirkstoffe des Johanniskrautöls wirken bei diesen Prozessen agonistisch. Nach der derzeitigen Erkenntnislage scheint aber Hyperforin der dominante Aktionspartner zu sein. Der Hormon modulierende Einfluss trägt auch zur Stärkung des Immunsystems bei, indem der Parasympathikus gestärkt wird. Außerdem wirken die beiden Substanzen des Johanniskrautöls durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell. Hypericin kann hoch dosiert auf der Haut fototoxische Reaktionen hervorrufen. Unter dem Einfluss von Sonnenlicht wirkt es giftig und verursacht massive entzündliche Irritationen.
  • Die ätherischen Öle im Johanniskrautöl unterstützen die Wirkungen von Hypericin und Hyperforin. Sie beruhigen die Gemütslage und das vegetative Nervensystem. Außerdem tragen die ätherischen Substanzen im Johanniskrautöl zur Regulierung des Hormonhaushaltes und des Immunsystems bei.

Anwendungsgebiete von Johanniskrautöl

Das Anwendungsspektrum von Johanniskrautöl ist enorm. Es umfasst Beschwerden und Erkrankungen der inneren Organe, der Psyche und der Haut. Auch bei systemischen Krankheiten aus dem rheumatischen Formenkreis oder des Immunsystems kann Johanniskrautöl erfolgversprechend eingesetzt werden. Ein weiterer Anwendungsbereich sind gesundheitliche Probleme infolge von hormonellen Umstellungen.

Johanniskrautöl bei psychischen Erkrankungen und Verstimmungen

Schon lange ist Johanneskraut als wirksames Arzneimittel bei Depressionen und depressiven Zuständen bekannt und anerkannt. Wissenschaftliche Studien belegen seine Wirksamkeit auch im Vergleich zu pharmazeutisch hergestellten Medikamenten. Die Arzneien aus Johanneskraut enthalten die wirksamen Bestandteile Hyperforin und Hypericin in hoher Dosierung und sind deshalb teilweise verschreibungspflichtig. Der Gehalt dieser Wirkstoffe ist in Johanniskrautöl deutlich geringer. Deshalb darf seine Wirkung nicht mit der der spezifischen Medikamente gleichgesetzt werden. Dennoch kann Johanniskrautöl bei depressiven Verstimmungen, Ängsten, innerer Unruhe und Stress sehr hilfreich sein. Es hebt die Stimmung, beruhigt und entspannt und macht gelassener. Das sind gute Voraussetzungen, um den alltäglichen Belastungen wieder besser gewachsen zu sein. Andererseits können diese Wirkungen von Johanniskrautöl auch dazu beitragen, sich Gedanken über die verursachenden Faktoren der psychischen Belastungen zu machen und Schritte zur Veränderung einzuleiten.

Johanniskrautöl bei Schlafstörungen

Schlafstörungen können verschiedene Ursachen haben. Häufig spielen Dauerstress, starke psychische Belastungen und ein ungenügender Ausgleich dabei eine wichtige Rolle. Ähnlich wie bei den psychischen Störungen kann Johanniskrautöl auch bei Schlafstörungen sehr hilfreich sein. Kurz vor dem Schlafengehen eingenommen fördert es die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Das erleichtert das Einschlafen, verlängert die Tiefschlafphasen und fördert das Durchschlafen.

Johanniskrautöl bei Beschwerden und Erkrankungen des Magen-Darm-Bereichs

Bei Magen-Darm-Beschwerden kann Johanniskrautöl sowohl äußerlich als auch innerlich zur Anwendung kommen. Eingenommene Tropfen können im Inneren des Verdauungstraktes ihr gesamtes Wirkungsspektrum abrufen. Sodbrennen und Reizungen oder Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut werden bekämpft und die angegriffenen Organwände beruhigt. Dadurch kann der Nahrungsbrei und im Dickdarm der Stuhl wieder leichtgängig transportiert werden. Das reduziert die Gefahr für Verstopfung und Durchfall und trägt dazu bei, die gesunde Darmflora zu erhalten. Unterstützt wird dieser Effekt durch die antivirale und antibakterielle Wirkung von Johanniskrautöl. Sie verhindert auch, dass sich krank machende Keime, die aus dem Darm ins Gewebe gelangen, im Organismus verbreiten können. Bauchschmerzen werden durch die eingenommenen Tropfen ebenfalls gemildert. Eine leichte Massage um den Bauchnabel mit etwas Johanniskrautöl unterstützt die schmerzreduzierende Wirkung von außen.

Anwendungen von Johanniskrautöl auf der Haut

Die Anwendungsmöglichkeiten von Johanniskrautöl auf der Haut sind sehr vielfältig. Sie reichen von großflächigen und allgemeinen Applikationen bis zu ganz spezifischen Behandlungen bei Verletzungen und Hauterkrankungen.

Johanniskrautöl zur Massage

Wer seiner Haut, dem Unterhautbindegewebe und der Muskulatur etwas wirklich Gutes antun möchte, sollte sich eine Massage mit Johanniskrautöl gönnen. Es fördert die Durchblutung, wirkt sehr entspannend und krampflösend und verfeinert das Hautbild. Diese Eigenschaften prädestinieren das Johanniskrautöl nicht nur für Wohlfühlmassagen, sondern auch für gezielte Anwendungen nach dem Sport oder anderen körperlichen Anstrengungen. Massagen sind eine großflächige Anwendungsform von Johanniskrautöl. Deshalb sollte das fototoxische Potenzial berücksichtigt werden. Nach der Anwendung sollten sie die behandelten Körperteile auf keinen Fall dem direkten Sonnenlicht aussetzen. Außerdem wird empfohlen, Massagen mit Johanniskrautöl nicht täglich durchzuführen.

Sie können das Öl auch in Form einer kleinen Selbstmassage im Gesicht und im Bereich von Hals und Dekolleté auftragen. Ihre Haut wird ihnen diese Zuwendung mit dem Johanniskrautöl mit einem entspannten, glatten und geschmeidigem Aussehen danken.

Johanniskrautöl bei Hautverletzungen und – reizungen

Johanniskrautöl hat sich längst als Mittel bei Hautschädigungen bewährt. Es entfaltet sein Wirkspektrum unabhängig davon, wie groß das betroffene Gebiet ist. Punktuelle oder lokale Verletzungen wie bei einem Stich oder Schnitt profitieren genauso von den positiven Wirkungen wie großflächige Schädigungen bei Schürfungen und Verbrennungen. Johanniskrautöl fördert und beschleunigt den gesamten Heilungsprozess. Wunden werden durch die Gerbstoffe schneller geschlossen, Schmerzen reduziert und der notwendige Entzündungsprozess ökonomisiert. Gleichzeitig werden Durchblutung und Stoffwechsel gefördert, um Aufbaustoffe schneller zum geschädigten Gewebe zu transportieren und Abbauprodukte zu eliminieren. Das forciert den Heilungsprozess zusätzlich. Johanniskrautöl kann auch zur Narbenbehandlung nach erfolgter Heilung eingesetzt werden. Es entspannt das Narbengewebe und macht es wieder geschmeidiger. Das hat positive Auswirkungen auf die Funktion und die Optik. Das Gewebe wird durch die Behandlung mit Johanniskrautöl beweglicher und die Narbe verkleinert sich.

Johanniskrautöl bei Hautveränderungen und Hautkrankheiten

Die durchblutungsfördernde Wirkung von Johanniskrautöl macht sich besonders bei Menschen, die unter trockener Haut leiden, positiv bemerkbar. Langfristig angewendet kann es auch zur Beseitigung von Hautunreinheiten, die bei der Entstehung von Akne und Pickeln eine Rolle spielen, beitragen.

Spezielle Hautkrankheiten, bei denen Johanniskrautöl eine wohltuende und lindernde Wirkung haben kann, sind Schuppenflechte und Neurodermitis. Obwohl beide Krankheiten verschiedene Ursachen haben, ähneln sie sich in mancher Hinsicht. Sie gehen einher mit entzündlichen Prozessen und verursachen unangenehmes und lästiges Jucken. Die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung von Johanniskrautöl kann entscheidend dazu beitragen, diese Symptome zu lindern und das Erscheinungsbild der Haut zu verbessern. Da beide Erkrankungen auf Störungen des Immunsystems zurückzuführen sind, kann die regelmäßige Einnahme von Johanniskrautöl die äußerliche Wirkung unterstützen.

Johanniskrautöl in Phasen der hormonellen Umstellung

Wie schon beschrieben kann Johanniskrautöl in den Hormonhaushalt eingreifen. Diese Wirkungsweise können sich Frauen zunutze machen, wenn sie unter Folgen einer hormonellen Umstellung leiden. Das können zum Beispiel Depressionen oder depressive Phasen während der Schwangerschaft oder nach der Geburt aber auch in den Wechseljahren sein. Johanniskrautöl mit seinem antidepressiven Potenzial kann den Frauen helfen, diese Phasen gut zu überstehen. Schwangere sollte allerdings vor der Einnahme Rücksprache mit dem Arzt nehmen. Eine zu hohe Dosierung von Johanniskrautöl kann sich ungünstig auf die Entwicklung des Embryos auswirken.

Einnahme und Dosierung von Johanniskrautöl

Die äußerliche Anwendung von Johanniskrautöl ist mengenmäßig von der Größe des zu behandelnden Hautareals abhängig. Die Dosierung bei der Einnahme von Tropfen ist nicht genau festgelegt. Sie ist abhängig von der individuellen Wirksamkeit. Grundsätzlich ist eine Dosis von 300 bis 2000 mg Johanniskrautöl täglich ohne Nebenwirkungen möglich. Als Faustregel hat sich die Einnahme von 850 mg pro Tag bewährt. Das entspricht etwa drei Esslöffeln Johanniskrautöl über den Tag verteilt. Im weiteren Verlauf kann die Dosis den individuellen Bedürfnissen angepasst werden.

Der Wirkeffekt von Johanniskrautöl tritt nicht sofort nach der Einnahme ein. Es dauert in der Regel zwei bis drei Wochen, bis die durch die Wirkstoffe angestoßenen Prozesse Erfolge zeigen.

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