TeufelskralleDie Teufelskralle – Zauberwurzel, Powerpflanze, Hilfe aus der Natur vor allem bei entzündlichen Gelenkerkrankungen und Verdauungsproblemen.

Die aus Afrika stammende Teufelskralle ist ein Gewächs der Savanne. Ihren nicht sehr freundlichen Namen verdankt die Teufelskralle den scharfkantigen krallenartigen Widerhaken an den Früchten, die sich bei Mensch und Tier einkrallen, wenn sie die Pflanze streifen. Aber die Teufelskralle ist eine sehr wirksame und vielfältig einsetzbare Heilpflanze, seit vielen Jahrhunderten von den einheimischen Medizinmännern und Heilerinnen zum Beispiel bei Gelenkbeschwerden, bei Verdauungsstörungen, Bluterkrankungen, Schwangerschaftsbeschwerden und Problemen mit der Leber, der Nieren und der Galle genutzt. Selbst Geschwüre und Wunden sowie Nervenleiden behandelten die afrikanischen Heiler mit Teufelskralle. Heute ist die afrikanische Teufelskralle auch von der Schulmedizin weitgehend anerkannt und wird bei verschiedenen Beschwerden zumindest ergänzend eingesetzt.

Wie wirkt die Teufelskralle?

Wie oft bei Heilpflanzen ist das Geheimnis der Teufelskralle noch gar nicht hundertprozentig entschlüsselt. Die afrikanische Teufelskralle ist zwar das Objekt vieler wissenschaftlicher Forschungen und es gibt auch eine Menge von Studien über Teufelskralle. Trotzdem ist der Wirkungsmechanismus der Teufelskralle noch nicht ganz klar. Aber fest steht, dass Teufelskralle schon ganz vielen Menschen geholfen hat. Teufelskralle wirkt schmerzstillend und wohltuend und kann bei rechtzeitiger und langfristiger Einnahme sogar den Verlauf von Erkrankungen positiv beeinflussen. Mit Teufelskralle können verschiedene Leiden behandelt werden.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Arthrose
  • Rheuma
  • Gicht
  • Rückenschmerzen
  • Sehnenscheidenentzündung
  • Verstopfungen
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Ekzeme und Schuppenflechte

Sehen wir uns die unterschiedlichen Anwendungsgebiete der afrikanischen Teufelskralle im einzelnen an;

Bei Arthrose reduziert sich die Menge an Gelenkknorpel zwischen den Gelenken und das führt zu erheblichen Schmerzen bei jeder Bewegung. Bei fortschreitender Erkrankung reiben praktisch die Knochen ungeschützt aufeinander. Teufelskralle mindert die Schmerzen sehr wirkungsvoll und sorgt auch dafür, dass die Entzündung abnimmt. Teufelskralle kann so die Einnahme von oft nicht gut verträglichen chemischen Schmerzmitteln zumindest eindämmen und die Lebensqualität der Arthrosepatienten erhöht sich durch Teufelskralle.

Rheuma ist ein Sammelbegriff vieler in Schüben auftretender entzündlicher Erkrankungen der Gelenke, der Knochen, Bänder und Sehnen. Teufelskralle verringert die entzündlichen Prozesse.

Bei Gicht ist die Sache etwas anders. Hierbei handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung mit erhöhten Harnsäurespiegel im Blut. Die Harnsäure wird in den Gelenken abzulagern und diese entzünden sich immer wieder. Die Teufelskralle kann die Gicht nicht heilen, aber sie schafft auch den Gichtpatienten Erleichterung, weil sie den Schmerz abmildert. Auch die Entzündungen bekämpft die Teufelskralle.

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Bei vielen Menschen entstehen sie durch zu langes Sitzen am heimischen Computer oder im Büro und durch dadurch bedingte Verspannungen. Auch hier kann Teufelskralle Schmerzen verringern und es Betroffenen dadurch ermöglichen, sich wieder mehr zu bewegen.

Sehnenscheideentzündungen, die überall im Körper auftreten können, kommen häufig durch Überbelastungen vor. Denken wir nur an den berüchtigten “Tennisarm”. Dann sind die Schmerzen bei jeder Bewegung nur schwer zu ertragen. Salbe mit Teufelskralle lässt die Entzündung zurückgehen und bringt so die Beweglichkeit zurück.

Bei Verstopfungen, Blähungen, Appetitlosigkeit kann ein Tee mit Teufelskralle gute Dienste tun. Die in der Teufelskralle vorhandenen Bitterstoffe helfen dabei, die Produktion von Magensäure und Gallensaft anzuregen, die beide für eine gute Verdauung wichtig sind. Teufelskralle regt außerdem auch die Bauchspeicheldrüse an.

Ekzeme und Schuppenflechte aber auch Gürtelrose und Erysipel sprachen in verschiedenen langfristigen Therapieversuchen auch sehr gut auf die Behandlung mit Teufelskralle an. Sie kann dabei verdünnt als Bad, Waschung und Einreibung verwendet werden. Die meisten Patienten vertragen Teufelskralle, auf diese Art angewendet, sehr gut und ohne Nebenwirkung. Eine andere Möglichkeit, zum Beispiel die Gürtelrose zu bekämpfen, besteht in innerlicher Einnahme von Präparaten mit Teufelskralle.

Was steckt drin in der Teufelskralle?

Zu den wichtigsten bisher bekannten Inhaltsstoffen der Teufelskralle zählen Bitterstoffe wie das Harpagosid und das Procumbid, beides Iridoide. Sie dienen dazu, die Teufelskralle wie auch andere Pflanzen (z.B. Spitzwegerich, Baldrian, Bitterklee) vor Fressfeinden zu schützen. Außerdem sind Verbascosid und Isoacteosid in der Teufelskralle enthalten. Sie wirken blutdrucksenkend, antimikotisch und antioxidativ.
Das ebenfalls in Teufelskralle vorkommende Phenolglykosid Anthrachinone findet sich in vielen pflanzlichen Abführmitteln. Außerdem wurden auch Betasitosterol, Glutaminsäure, Histidin, Kämpferol, Sterol und Ursolsäure in der Teufelskralle nachgewiesen, aber auch verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente wie Aluminium, Kalzium, Chrom, Magnesium, Zink, Selen und Zinn kommen in der Teufelskralle vor. Wie die einzelnen Bestandteile der Teufelskralle wirken und miteinander reagieren, ist teilweise noch nicht ganz klar.

Wie werden die wertvollen Inhaltsstoffe der Teufelskralle nutzbar gemacht?

Wie schon erwähnt, wächst die Teufelskralle in Afrika, besonders in den südlichen Teilen des Kontinents in Botswana, Südafrika, Namibia und Simbabwe. Teufelskralle gedeiht hauptsächlich auf den sandigen roten Böden der Savannen und auf nahrungsarmen Grasland. Es gibt auch in Europa Pflanzenarten mit dem Namen Teufelskralle. Aber die sehen nicht nur ganz anders aus, ihnen fehlt auch die Heilwirkung der afrikanischen Teufelskralle

Die Teufelskralle ist eine mehrjährige krautige Pflanze. Sie wächst flach am Boden und bildet bis 2 Meter lange kriechende Stängel, die aus einer großen Pfahlwurzel heraus kommen. Daneben hat die afrikanische Teufelskralle auch noch Speicherorgane, die Sekundärwurzeln, von den Afrikanern “Babies” genannt. Sie werden bis 25 cm lang und haben einen Durchmesser von 5 bis 6 cm. In diesen sekundären Speicherwurzeln stecken die meisten Wirkstoffe der Teufelskralle. Deshalb werden sie “geerntet”, während die Pflanze selbst mit der Pfahlwurzel erhalten bleibt und neue Seitentriebe ausbilden kann. Außerhalb Afrikas scheint es sehr schwierig zu sein, die Teufelskralle zu kultivieren, der Anbau in Gewächshäusern führte bisher nicht zum Erfolg. Und auch in Afrika gibt es nur sehr wenig in Kulturen angebaute Teufelskralle. Die Pflanze wächst zu 90 Prozent wild und der immer größer werdende Bedarf an Teufelskralle lässt sich kaum noch decken. In den Regionen, in denen die Teufelskralle in der Natur wächst, leben heute viele Familien vom Verkauf der Speicherwurzeln. Diese werden gewaschen, in kleine Stücke geschnitten und in der Sonne getrocknet. So werden sie zum Ausgangmaterial für die Herstellung von Salben, Tinkturen, Tropfen, Dragees, Kapseln und Tees aus Teufelskralle. Ein Teil der so vorbereiteten Teufelskralle wird auch an Ort und Stelle zu Pulver zermahlen. Pharma-und Drogerieartikel-Unternehmen stellen dann aus dem Pulver der Teufelskralle weltweit eine gro0e Anzahl an Präparaten her. Auch im Internet wird Teufelskralle in verschiedenster Form angeboten.

Salbe mit Teufelskralle kennen vermutlich die meisten Menschen. Sie wird zur äußerlichen Behandlung von Gelenk-und Muskelschmerzen sowie Verspannungen eingesetzt und hilft auch, die Durchblutung betroffener Stellen zu verbessern. Je nach den Trägerbestandteilen wirkt die Salbe mit Teufelskralle entweder kühlend oder erwärmend. Sie lässt sich gut einmassieren und sollte regelmäßig am besten mehrmals täglich, verwendet werden. Dabei sollte aber der Kontakt der Teufelskralle mit den Augen und den Schleimhäuten unbedingt vermieden und nach der Einreibung die Hände gründlich gewaschen werden.

Tropfen- und Tinkturen mit Teufelskralle eignen sich zur innerlichen Behandlung. Sie werden häufig mit von Alkohol hergestellt, darauf müssen Menschen achten, die keinen Alkohol zu sich nehmen wollen oder dürfen. Es gibt flüssige Präparate mit Teufelskralle aber auch auf Wasserbasis. Die normale Dosis für einen Erwachsen liegt in der Regel bei 20 bis 30 Tropfen mit Teufelskralle, die in Wasser verdünnt werden. Wer Teufelskralle in flüssiger Form innerlich verwendet, sollte auf jeden Fall die Dosierungshinweise genau beachten. Es ist auch möglich, sich eine Tinktur aus Teufelskralle selbst herstellen. Dazu muss man sich nur etwas von der getrockneten Wurzel der Teufelskralle in der Drogerie oder Apotheke besorgen. Sie wird mit Alkohol übergossen und die Mischung wird etwa 4 Wochen stehen gelassen. Anschließend gießt man die Flüssigkeit, die mittlerweile die Wirkstoffe der Teufelskralle aufgenommen hat, durch ein Tuch oder einen Kaffeefilter in eine dunkle Glasflasche.

Auch als Dragees und Kapseln sind Präparate mit Teufelskralle erhältlich. Sie werden in erster Linie bei chronischen Gelenkschmerzen eingenommen. Es gibt sie in unterschiedlicher Wirkstärke. Um effektiv wirken zu können, sollten die Dragees oder Kapseln mit Teufelskralle mindestens 30 mg Harpagosid beinhalten. Allgemein gilt, wie auch für andere Präparate aus Teufelskralle auch, dass eine längerfristige Einnahme notwendig ist, um eine signifikante Wirkung zu erzielen.

Tee aus Teufelskralle ist sehr wirkungsvoll bei der Behandlung von Magen-und Darm-Beschwerden sowie bei Appetitlosigkeit und Völlegefühl. Aber er hilft häufig auch bei Gliederschmerzen. Für einen solchen Tee werden in der Regel 4,5 Gramm der kleingeschnittenen getrockneten Wurzel mit heißem Wasser aufgegossen. Das ganze muss nun mehrere Stunden ziehen. Danach wird die Flüssigkeit durch ein Sieb gegossen. Tee von Teufelskralle schmeckt zwar bitter aber er wirkt gut. Am besten trinkt man ihn etwa 30 Minuten nach dem Essen in kleinen Schlucken. Allerdings lässt sich bei einem Tee aus Teufelskralle nicht die gleiche Wirksamkeit erreichen wie bei Tropfen, Tinkturen, Kapseln und Dragees.

Teufelskralle in der Homöopathie

Im Bereich der Homöopathie ist Teufelskralle sogar sehr wichtig. Der homöopathische Name der afrikanischen Teufelskralle lautet Harpagophytum procumbens und sie ist ein sehr häufig verschriebenes und sehr wirksames Heilmittel. Akute Magenbeschwerden werden zum Beispiel mit Globuli D6 behandelt. Bei Rückenschmerzen wird die Teufelskralle meist in höherer Dosierung (D 30) gegeben.

Kann die Teufelskralle auch Tieren helfen?

Natürlich lässt sich die Teufelskralle auch als Heilmittel in der Tiermedizin einsetzen. So leiden zum Beispiel Pferde sehr häufig unter Gelenksproblemen aber auch unter Arthrosen, weil ihre Gelenke starken Belastungen ausgesetzt sind. Viele Pferdehalter und Pferdesportler greifen deshalb auf Präparate mit Teufelskralle zurück, um die Gelenke ihrer Tiere mit Teufelskralle zu schützen und bei schon bestehenden Gelenkserkrankungen die Folgen zu mildern. Ähnliches gilt auch für Hunde mit Gelenkproblemen, Arthrosen und ähnlichem. Bei vielen Hundehaltern gehört Teufelskralle zur medizinischen Grundausstattung. Auch bei Verdauungsproblemen bei Pferden und Hunden können Präparate mit Teufelskralle gegeben werden. Allerdings ist die genau Dosierung der Teufelskralle in der Tiermedizin oft noch nicht genau erforscht. Aber sicher kennen die meisten Tierärzte sich heute schon so gut mit der Teufelskralle aus, um hier Empfehlungen abgeben zu können.

Teufelskralle Nebenwirkungen?

Wie fast alle Naturheilmittel zeichnet sich auch die Teufelskralle dadurch aus, dass sie sehr viel weniger unerwünschte Nebenwirkungen hat als manche Medikamente aus dem Chemielabor. Allerdings sind einige Wirkstoffe der Teufelskralle schwach allergen und können deshalb bei empfindlichen Personen durchaus auch einmal unerwünschte Reaktionen hervor rufen. So kann es bei der innerlichen Anwendung von Präparaten mit Teufelskralle in seltenen Fällen zu Übelkeit, zu Magenschmerzen und zu Durchfall kommen. Auch Schwindelgefühle sind bei der Anwendung von Teufelskralle hin und wieder berichtet worden. Wer solche Nebenwirkungen feststellt, sollte das Präparat absetzen und mit dem behandelnden Arzt darüber sprechen. Meist genügt es, wenn auf ein Präparat mit einer etwas geringeren Dosierung umgestellt wird. Bei der äußerlichen Anwendung von Teufelskralle können manchmal auch unerwünschte Hautreaktionen auftreten. Wer solche Reaktionen zum Beispiel bei Verwendung einer Salbe mit Teufelskralle beobachtet, sollte das Präparat ebenfalls absetzen. Das gleiche trifft auf Personen zu, die unter akuten Magengeschwüren, Darmgeschwüren oder Gallensteinen leiden. Auch die sollten Präparate mit Teufelskralle meiden. Auch während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit sollte die afrikanische Teufelskralle gemieden werden oder nur in Rücksprache mit dem Frauenarzt verwendet werden. Dem Hauptwirkstoff der Teufelskralle wird nämlich nachgesagt, dass er unter Umständen dazu führen könnte, dass sich die Gebärmutter zusammen zieht.

Studien über Teufelskralle

Im Jahr 2017 führten niedersächsische Forscher einen Studie über Teufelskralle durch, bei der 675 Patienten untersucht wurden, die unter Arthrose und Arthritis, degenerativ veränderten Wirbelkörpern und Bandscheiben sowie Fibromyalien litten. Sie bekamen alle über einen Zeitraum von 8 Wochen täglich 2 mal 480 mg vom Extrakt der Teufelskralle verabreicht. Bei der Auswertung ergab sich, dass die Teufelskralle bei diesem Beschwerdebild tatsächlich sehr gut als Schmerzmittel wirkte. Sowohl die Ruhe-und Bewegungsschmerzen als auch die Muskelverspannungen und Funktionseinschränkungen gingen unter der Behandlung mit Teufelskralle um 50 bis 70 Prozent zurück. Mehr als die Hälfte der Patienten, die vorher Kortisonpräparate einnehmen mussten, konnten diese im Verlauf der Studie sogar ganz absetzen. Auch 60 Prozent der Patienten, die nichtsteroidale Antirheumatika bekamen, brauchten ihre Medikamente nicht mehr, wenn sie Präparate mit Teufelskralle nutzen. Und schließlich bestätigten 90 Prozent der Probanden, die gute Verträglichkeit der Teufelskralle.

In den USA wurde eine über vier Monate dauernde Doppelblindstudie an 122 Arthrose-Patienten durchgeführt. Sie ergab, dass das Naturheilmittel Teufelskralle die Schmerzen der Betroffenen ebenso gut linderte, wie das der Kontrollgruppe verabreichte Medikament Diacerhein.

Eine große Schmerzklinik in Kiel führte eine achtwöchige Studie mit 130 Patienten durch, die unter chronischen Rückenschmerzen litten. Sie ergab bei den Patienten, die mit Teufelskralle behandelt wurden, eine drastische Schmerzreduzierung.

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